Lage und Gesamteindruck

Bis heute stellt der 53 m hohe Spitzturm der Namen-Jesu-Kirche einen markanten Punkt im südlichen Laim dar. Dabei könnte er noch mehr sein: das Wahrzeichen von Neufriedenheim. Aber dieser Name konnte sich für das um die Namen-Jesu-Kirche liegende Siedlungsgebiet nicht so recht durchsetzen, wohl deshalb, weil durch die rasche Entwicklung Neufriedenheim im Laufe weniger Jahrzehnte in Laim bzw. Hadern aufgegangen ist. Die Neufriedenheimer fühlen sich mittlerweile als Laimer bzw. Haderner und nur mehr wenige wissen überhaupt, was es mit dem Namen Neufriedenheim für eine Bewandtnis hat. Da der Pfarrsprengel Teile von Laim und Hadern umfaßt, die Pfarrei Namen Jesu also keine reine Laimer Pfarrei ist, auch wenn die Kirche auf Laimer Grund und Boden steht, ist für den Pfarrsprengel der Name Neufriedenheim der geeignete, der wünschenswerte, bietet er doch eine zusätzliche Identiflkationsmöglichkeit der Gemeindemitglieder mit ihrer Kirche, faßt er das Gebiet des Pfarrsprengels in einem Begriff zusammen; noch dazu in einem Begriff, der zwei Elemente enthält, die für uns Menschen zu allen Zeiten nicht nur erstrebenswert, sondern auch Verpflichtung sind: Friede und Heim. Vielleicht bürgert sich der Name Neufriedenheim für den Pfarrsprengel von Namen Jesu durch diese Bewußtmachung wieder ein und es heißt zurecht, wie es schon im ersten Kirchenführer aus den 30er Jahren steht: Der Spitzturm von Namen Jesu ist das Wahrzeichen von Neufriedenheim. 

Vor und noch Jahre nach dem 2. Weltkrieg war dieses Wahrzeichen weithin sichtbar, heute ist dem Betrachter der Blick von vielen Seiten durch die dichte städtische Bebauung versperrt, sieht er nur mehr die Turmspitze zwischen den Häuserfluchten auftauchen. Wer sich aber von Osten, also von der Fürstenrieder Straße her, der Kirche nähert, dem offenbart sich der Kirchenbau auch heute noch in seiner ganzen Größe, ist doch der Kirchenvorplatz in seiner ursprünglichen Großzügigkeit weitgehend erhalten geblieben. Die Lage westlich der Fürstenrieder Straße im Anschluß an einen weiträumigen Platz hat die Erbauer der alten Kirche dazu veranlaßt, den Kirchenbau so aufzuführen, daß der Chor nicht wie üblich nach Osten, sondern nach Westen zeigte. Die Giebelseite des Langhauses mit dem Hauptportal und der sich nach Süden auf gleicher Höhe anschließende Turm sollten zum Platz hin liegen und hier einen markanten baulichen Akzent setzen. Der Pfarrhof befindet sich in der südwestlichen Ecke des Platzes und ist durch einen überdachten Wandelgang mit dem Turm verbunden. Durch diese Anordnung wird die platzbeherrschende Stellung der Kirche noch unterstrichen. Heute allerdings ist sie durch die bald ein halbes Jahrhundert alte und dadurch recht mächtige Baumreihe parallel zur Ostfront des Gebäudekomplexes wieder etwas zurückgenommen. Der Kirchenvorplatz ist wie die mit Bäumen bestandenen Erholungsflächen im Westen der Kirche vom Frühjahr bis zum Herbst in ein erfrischendes Grün getaucht, was der gesamten Anlage etwas Beruhigendes und Anheimelndes verleiht, eine Oase unweit der mit hektischem Leben erfüllten Fürstenrieder Straße.

Maximilian Mühlbauer
(Auszug aus der Festschrift
 zur 50-Jahr-Feier)