Pfarreigeschichte

Kirchenschiff vor dem Umbau in den 1970er Jahren

Die Ul­richs­kir­che mit ihrem dörf­li­chen Cha­rak­ter bil­det den Mit­tel­punkt des alten Laim.

Schon im 11. Jahrhundert entstand der Vorläufer der jetzigen Kirche. Der Turm wurde vor 1450 erbaut. Auch der alte Chor stammt aus dieser Zeit. Er war vermutlich nur ein Anbau an das frühromanische Kirchenschiff. Dieser gotische Chorraum schließt den ehemaligen Kirchenraum, der jetzt als Kapelle genutzt wird, nach Osten hin ab.

Nach einer Urkunde vom Januar 1433 hat die Kirchenverwaltung von Laim Grund an Agnes Bernauer, die bekannte spätere Gemahlin Herzog Albrechts III., verkauft. Vielleicht hängt dieser Verkauf mit dem Kirchenbau in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts zusammen.

Bis zum Jahr 1880 gehörte Laim als Filiale zur Pfarrei Aubing. Der dortige Pfarrherr oder sein Kaplan konnten nur alle 3 Wochen nach Laim kommen, um die Messe zu lesen. 1880 erfolgte der Wechsel zur Pfarrei Pasing.

Im Auftrag des Kirchenbauvereins fertigt Anfang des 20. Jahrhunderts Heinrich Hauberrisser in Regensburg (Sohn des Erbauers des Münchener Rathauses) den Plan zu einem Neubau. Die Kosten sollten 195 000 Mark betragen. Doch die Höhe dieser Kosten ließ den Plan scheitern. So entstand ab 1912 die heutige Kirche nach Plänen von Freiherr von Schmidt und wurde am 29. Oktober 1916 von Kardinal Franz Bettinger geweiht.

In den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Kirche sowohl innen als auch außen restauriert und ein moderner, freundlicher, heller Gebets- und Versammlungsraum geschaffen.

St. Ulrich

Der Hl. Ulrich, der Namenspatron der Kirche, 890 in Augsburg geboren und im Kloster St. Gallen erzogen, war eine bedeutende geistliche Person des frühen Mittelalters. 923 wurde er zum Bischof von Augsburg geweiht. Er ließ Augsburg mit einer Stadtmauer umfrieden und war maßgeblich am Sieg über die Ungarn in der Schlacht auf dem Lechfeld, im Jahr 955, beteiligt.

In der Folgezeit widmete er seine ganze Kraft dem Aufbau der Diözese Augsburg. Er errichtete die von den Ungarn zerstörten Dörfer und Kirchen. Sorgte sich aber auch sehr um das  geistliche Leben in seiner Diözese. So hielt es regelmäßig an allen wichtigen Orten Versammlungen ab, spendete die Firmung und visitiert die Geistlichen.

Er starb am 4. Juli 973.

Heiligsprechung

Gerade mal zwanzig Jahre später wurde er heilig gesprochen. Der Legende zufolge geschah dies am 3. Februar 993 auf eine Synode im Rom durch Papst Johannes XV. Ein solch formales Heiligsprechungsverfahren war damals absolut unüblich und Ulrich wäre somit der erste im offiziellen Verfahren Heiliggesprochene.

Der Hl. Ulrich gilt als Schutzpatron der Winzer, Fischer und Wanderer und wird bei Wassergefahr angerufen.

Sein Attribut ist der Fisch.

Fischlegende

Der Legende zufolge vertiefte sich an einem Donnerstag Abend Ulrich mit Bischof Konrad von Konstanz in ein sehr langes theologisches Gespräch. Als am frühen Freitag morgen ein Bote des Herzogs eintraf, waren die beiden Bischöfe immer noch wach.

Als Dank für den Botendienst gab Ulrich dem Boten die Reste des Abendessen, ein Gänsebein, mit. Der Herzog wollte, nachdem er den Botenbericht gehört hatte, Ulrich des Unrechts überführen, dass der Bischof am Freitag Fleich esse. Als er jedoch den Braten auspackte, war dies ein Fisch.

993: Heiligsprechung des Augsburger Bischofs Ulrich

11. Jahrhundert: Erbauung einer ersten Dorfkirche in Laim

1315: erste urkundliche Erwähnung

1450: Der nördliche Turmkern und der ursprüngliche Chor werden errichtet.

1785: Der Turm wird neu gedeckt.

1865: Der Gesamtbau wird gründlich renoviert.

1885: Der Kirchenraum wird neugotisch ausstaffiert.

1897: Die Kirche wird nach den Plänen des Bezirkstechnikers Ginhart vergrößert, allerdings war dies nur eine Zwischenlösung.

1898: Vergrößerung des Friedhofs um die Kirche St. Ulrich

1891 und 1899: Die Kirche wird in zwei Schritten nach Westen erweitert.

1906: Gründung des Kirchenbauvereins.

1907: Nach Eröffnung des Waldfriedhofes wird der Laimer Friedhof geschlossen.

1912: Die beiden Architekten Theodor Fischer und Friedrich Freiherr von Schmidt beginnen mit einem seitlichen Anbau an die spätgotische Kirche.

25. Juli 1912: Die Grundsteinlegung des Neubaus wird gefeiert.

29. Oktober 1916: Weihung der neuen Kirche durch Kardinal Franz Bettinger.

10. Februar 1918: St. Ulrich wird zu einer selbstständigen Pfarrei.

1928: Entstehung der ersten Tochtergemeinde: Zu den Heiligen Zwölf Aposteln.

Errichtung des Pfarrhofs

1934: Die zweite Tochtergemeinde entsteht: Namen Jesu.

1937: Der Innenraum wird farblich neu gestaltet.

1966: Eine Außenrenovierung und danach auch eine Renovierung des Inneren.

1968: Die dritte Ausgründung entsteht: Sankt Philippus

1975: Fritz Brosig gestaltet ein neues Kruzifix für den Altarraum.

2011: Überlegung eines Pfarrverbandes mit den Pfarreien Sankt Philippus, Namen Jesu und Zu den heiligen zwölf Aposteln

14.10.2012: Gründung des größten Pfarrverbandes der Erzdiözese München - Freising. Feierlicher Gottesdienst in der Hauptkirche Zu den Heiligen Zwölf Aposteln mit Weihbischof Engelbert Siebler.